Über den Autor Michael Jäger

Durch Sprache können wir das Begreifen festhalten und teilen. Aber wir können auch weiter gehen und hinter den Worten das nicht Aussprechbare übermitteln, für das nicht Teilbare ein Fenster schaffen, einen Raum bauen, der jedem gehört, der seine eigene Tür dazu öffnet.

Einen Raum voller Gefühle, Personen, Dinge, Ahnungen, Gewissheiten, Ungewissheiten und Ereignissen. Dieser magische Raum gehört dem Leser, und er besitzt ihn alleine, denn er wird zwar durch den Autor gebaut, aber jeder Leser betritt ihn durch seine eigene Fantasie.

Die Möglichkeit zu geben diesen Raum zu betreten, ist das Begehr, das Ziel. Der schmale Grat zwischen dem Ausgesprochenen, dem Offensichtlichen und dem Ungesagt-Unsagbaren, dieser lyrische Weg, auch in der Prosa durchscheinen zu lassen, ist der Traum.

Michael Jäger hatte ein technisches Leben gelebt, seine Arbeit geliebt, als er sich wie eine Raupe zu einem Schriftsteller verpuppte. Flatternd, Nektar saugend bewegt er sich seither in der Weite der Fantasie, versucht Momente zu erhaschen und zu bannen, Gefühle, scheinbares Wissen zu teilen.

Michael Jäger hat Chemieingenieurwesen studiert und arbeitete lange Zeit als Asset Manager in einer Großfirma.

 

 

Persönliches

 

Wie kommt ein Chemieingenieur, der sich intensiv mit Forschung und dem Betreiben von chemischen Anlagen beschäftigt hat, dazu, ein Buchprojekt anzufangen? Nun wie vieles im Leben erfolgte dies zufällig gewollt. Zufällig, weil es im ersten Moment nicht geplant war; gewollt, weil ein tieferes Inneres mich getrieben hat.

Lesen war stets ein Teil meines Lebens. Entwürfe von Geschichten, neuen Welten und menschlichen Schicksalen, gehörten ebenfalls schon immer dazu. Was gefehlt hat, war das Schreiben.

Waren es in jungen Jahren Heldengeschichten, die meine Fantasie bevölkerten, wandelte sich dies zunehmend zu gesellschaftlichen Fragen. In welchem Maße bestimmen äußere Faktoren das menschliche Zusammenleben? Diese Frage hat mich oft umgetrieben und bestimmt die innere Struktur meiner ersten (noch nicht veröffentlichten) Bücher. Im Besonderen die Frage der Machtstruktur einer Gesellschaft finde ich ausgesprochen spannend und habe sie deswegen ausgeprägt thematisiert.

Als ich aus meiner bisherigen Firma ausgeschieden war, hatte ich noch keinen fest gefügten Plan, was ich weiter tun wollte. Eigentlich war mein erklärtes Ziel eine kleine Firma aufzumachen oder Teilhaber einer Firma zu werden, in der ich mein angesammeltes Wissen einbringen konnte. Ich begann mich umzuschauen, setzte Annoncen, besuchte Firmeninhaber, führte erste konkrete Verhandlungen.

Gleichzeitig baute ich weitere Schienen aus, entschied mich, Gesangsunterricht zu nehmen, fing an, eine Geschichte zu schreiben.

Und urplötzlich wurde diese Geschichte lebendig, nahm Besitz von mir. Ich konnte nicht mehr aufhören, konzentrierte mich nur noch auf diesen Roman und fühlte zu meinem eigenen Erstaunen, dass er meinen Ansprüchen genügte. Ich habe ein besonderes Verhältnis zu Literatur, sie muss mich anrühren, muss spannend sein und irgendwie auch zum Denken über gesellschaftliche Fragen anregen. Es ist eine einfache Festlegung, es ist meine Festlegung. So will ich schreiben, anders kann ich vermutlich nicht gut schreiben. Ich glaube aber auch, dass es genügend Menschen gibt, die damit etwas anfangen können.

Alle anderen vorherigen Ideen hatten keinen Platz mehr, wurde zurückgedrängt durch diese Geschichte. Es war nie so, dass ich meine Arbeit in der Chemieindustrie ungern gemacht hatte. Im Gegenteil, ich war verliebt in meine Arbeit. Diese extrem komplizierten Chemieanlagen, dieser gesamte Ablauf verschiedenster chemischer und physikalischer Vorgänge, sowie die dazugehörige Technik hat mich immer fasziniert und herausgefordert. Auch hatte ich stets das Glück mit Menschen zusammenzuarbeiten zu dürfen, die ich mochte. Trotzdem wurde plötzlich dieser Teil meines Lebens zurückgedrängt, verblasste, und das neue Projekt trat an seine Stelle.

Nach Abschluss eines ersten Romans begannen, neue Ideen zu gären. Weitere Geschichten sammelten sich an, Kapitel wurden geschrieben, versanken in der Schublade, warteten auf ihr Wachstum. Dann habe ich eine zweite Erzählung vollständig zu Papier gebracht, den Zyklus Eistanz. Für ihn habe ich eine Webseite erstellt und einigen (=drei) Verlagen angeboten. Aber niemand hat zugegriffen. Inzwischen musste eine weitere Idee geschrieben werden. Der Roman, den ich mit Schattengrau (Die Asylanten Band 1) und dessen Fortsetzung ich mit Schattenmorgen (Die Asylanten Band 2) betitelt habe. Den Roman Schattengrau will ich jetzt veröffentlichen. Erstmals als reines eBook bei Kindle. Ich habe die Hoffnung, dass es Menschen gibt, die ihn so mögen, wie ich ihn mag. Dann sehen wir weiter.